Grenzturm

Im Mai 1973 wurde der See-Grenzbeobachtungsturm (BT 11) in Kühlungsborn von einem Pionierzug[nbsp] des III.Grenzbataillons der Grenzbrigade Küste an der jetzigen Stelle errichtet. Von dem 15 m hohen Turm aus konnten die Grenzer ein bis zu 12 Seemeilen weites Seegebiet absuchen. 27 Türme dieses Typs standen entlang der Seegrenze. Heute sind nur noch zwei erhalten. Der Ostseegrenzturm Kühlungsborn ist der einzige öffentlich zugängliche.

Besteigung

Der Turm lässt sich über versetzte Leitern besteigen, die jeweils mit einem halbkreisförmigen Podest nach unten gesichert sind. Die Kanzel ermöglicht einen 360° Panoramablick.

Nutzung des Turms

Der Turm war mit 1-2 Soldaten besetzt. Die Dienstzeit betrug 6 bis 12 Stunden. Jede verdächtig erscheinende Bewegung wurde protokolliert. Mit starken Ferngläsern wurden Strand und Ostsee abgesucht. Über eine ständige Telefon- und Funkverbindung zur Grenzkompanie wurden verdächtiges Beobachtungen gemeldet und der Einsatz von Hubschraubern, Suchpatrouillen und Grenz- u. Marineschiffen ausgelöst. Der Suchscheinwerfer auf dem Dach diente der Ausleuchtung des Nahbereiches und wurde von innen bedient.

Bau und technische Daten

Ein Pionierzug der Grenzbrigade Küste errichtete die Türme entlang der Ostseeküste. Die Turmkonstruktion besteht aus einem Fundament, 11 Betonröhrenelementen mit Stahlstäben, die miteinander verschraubt wurden. Die Kanzel mit 360° Panoramafenstern und aufgetragene Gradzahlen und die Betonelemente wurden mittels Kran aufgesetzt. Die Bezeichnung BT11 bezieht sich auf die Anzahl der verwendeten Betonringe. Die Inneneinrichtung umfasste eine zusätzliche Notstromversorgung, 8 Schießscharten, ein starkes Fernglas („Spektiv“)- fest montiert auf Stativ und Handfernglas, Funkgerät, Wechselsprechanlage mit ständiger Verbindung zur Grenzkompanie, Schreibpult mit Karten, Heizung, Uhr  und Radaranlage. Die Soldaten waren mit Maschinenpistolen vom Typ AK47  „Kalaschnikow“ bewaffnet.  Die Nutzung des Turmes war bis Windstärke 6 zulässig.