• Die Kühlungsborner Wolfgang Steidler und  Udo Drake flüchten 1961 in einem Paddelboot, sie haben Navigationsprobleme  und ein polnischer Frachter liefert sie an die DDR aus - 1,3 und 1,6 Jahre Gefängnis.

  • Die Kühlungsborner Klaus Drafehn und Hans Juergen Dreyer  wollen am 4.9.1962 mit dem Paddelboot nach Gedser, starke Winde lassen sie vom Kurs abkommen, Sie landen auf der  Insel Poel, und dann Langenwerder. Sie kommen für 6 Monate ins Gefängnis.

  • Der ehemalige Ingenieurstudent  Bernd Boettger baut einen Aquascooter, der ihn durchs Wasser zieht. Er startet seine Flucht am 8.9.1968 und nach 5 1/2 Stunden Fahrt wird er von einem Boot aufgenommen.

  • Der Arzt Peter Doebler  trainiert 2 Jahre für seine Flucht 1972.

  • Er schwimmt die Strecke von 48 km nach Fehmarn in 25 Stunden. Ausgerüstet mit Schwimmanzug und Flossen.

  • Die beiden 18 jährigen Koch und Trobisch wollen 1972 zu ihrer Freundin nach Hamburg, doch ihr Schlauchboot, wird bereits im Strandlager entdeckt. Sie gehen für 22 und 24 Monate ins Gefängnis.

  • Familie Lehmann und ihre 5 jährige Tochter unternahmen ihre Flucht am 5.1.1977 im eisigen Meer in einem winzigem Schlauchboot. Sie wurden nach 17 Stunden auf See von einem westdeutschen Schiff gerettet.

  • tragisches Ende von Familie Sanders Flucht: „am 9.3.77 versuchten 5 Personen (Familie S aus Schwerin) den Grenzabschnitt des GB-3 (Raum Kühlungsborn) zu durchbrechen. 2 Personen gelang der Durchbruch, 3 Personen ertranken“

  • Werner Liers (27) und Werner Mueller (19) flüchten am 30.3.1978 doch sie haben Schwierigkeiten mit der Orientierung und das Boot lässt Luft, ein westdeutsches Fischerboot will sie retten doch von andere Seite nähert sich ein Grenzboot, das Wettpaddeln endet in einem “Happy End“.

  • Der Schiffselektriker Walter Gerber baut ein U-boot in seiner Garage aus Gips und Polyester

  • bestückt mit einem Sehrohr, Atemmaske, Tauchtanks, Er gräbt eine Grube unter seiner Garage in Rostock als geheimes Testbecken

  • Bei seinem Fluchtversuch am 12.8.1980 dreht sich das U-boot im Kreis, er laesst es am Strand zurück und wird später verhaftet

  • Jörn Wiek aus Kühlungsborn und Heiko Jahnke benötigten im Jahre 1987 zwei Tage für ihre erfolgreiche  und erschöpfende Flucht. Sie starteten von der Halbinsel Wustrow.

  • Die Brüder Manfred und Wolfgang Kleistner bauen 18 Monate an ihrem torpedoartigen Boot. Bei ihrer Flucht 1987 werden sie entdeckt und zu 2 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt.

  • Mit vier erwachsenen Personen, Alfred (41) Renate (40), Marco (19) und Doreen (17 ) wagt Familie Kostbade 1988 die Flucht von Kühlungsborn.

  • Sie kämpfen 10 Stunden in ihrem kleinen Schlauchboot gegen meterhohe Wellen an und errrichen nach 40 km Fahrt durch die Nacht ihr Ziel, die westdeutsche Küste in Schleswig-Holsten.

  • Bei klirrender Kälte  klettern  die Musiker Peter S. und Horst W. 1963 nachts über das Packeis der Ostsee. Ein Eisbrecher nimmt sie nach 24 Stunden auf.

Fluchten

Aus heutiger Sicht ist es schwer zu verstehen, dass vor der Küste Kühlungsborns eine undurchdringliche Grenze verlief. Die DDR scheute keine Mühe, kein Geld und kein Personal Fluchten in den Westen zu verhindern. Doch immer wieder schafften es einige Mutige der Grenzbrigade ein Schnippchen zu schlagen, indem sie die Ostsee schwimmend, mit dem Paddelboot, Surfbrett, Luftmatratze oder U- Boot überwanden.

 

Fluchten und Flüchtende

5609 Fluchtversuche wurden nach Behördenangaben seit 1961 registriert. Nur 913 schafften es in den Westen, nach Dänemark oder wurden von einem Schiff aufgenommen. Oft endete die Flucht mit einer Verhaftung bevor sie begonnen hatte, am Strand oder im Inland. Mut und Erfindungsreichtum zeichnete die Flüchtenden aus. Für ihren Wunsch nach Freiheit gingen sie das höchste Risiko ein, sie bereiteten sich oft jahrelang auf die Flucht vor, tüftelten an besonderen Booten oder Tauchgeräten. Einigen wenigen gelang die Flucht ohne Vorbereitung und mit viel Glück.

 

Fluchtrouten

Das Ziel der Fluchten war die Schleswig holsteinische Küste, die Insel Fehmarn und Dänemark. Die Hoffnung mit Erreichen der internationalen Seefahrtrouten von einem Schiff aufgenommen zu werden, erfüllte sich nur für die wenigsten. Einige wurden sogar an die DDR Behörden zurückübergeben. Die Ostsee war besonders im Herbst und Winter stürmisch, kalt und unberechenbar. So gab es auch viele Todesopfer, zum Teil wurden sie in Dänemark oder der BRD angetrieben gefunden und konnten nicht identifiziert werden.

Fluchtrouten
 

Fluchtlisten

Fluchten wurden geheim gehalten und es ist schwer eine lückenlose Auflistung zu erstellen. Immer neue Fluchten werden erst jetzt bekannt. Die Fluchtliste gibt deshalb nur einen Teil der Fluchtversuche und geglückten Fluchten wieder.

 

Presseartikel

Über die meisten Fluchten wurden in der BRD, Dänemark und Schweden in Zeitungsartikeln berichtet. Je spektakulärer umso größer war das Interesse. Die DDR Bürger bekamen von den Fluchten dagegen fast nichts mit.